Erhard Otte berichtet:
Ich erinnere mich gut an meine Einschulung im Jahr 1952. Direkt nach Ostern wurden wir in die Schule aufgenommen, und es war ein einfaches, aber denkwürdiges Ereignis. An meinem ersten Schultag
ging ich mit meiner Freundin Helga zur Schule. Unsere Mütter begleiteten uns mit dem Fahrrad. Die Vorfreude war groß, auch wenn es keine große Feier gab, und wir waren noch so naiv, dass wir an den Klapperstorch glaubten, der die Kinder bringt. Ich wurde mit fünf
Jahren eingeschult, und in unserer Klasse waren nur acht oder neun
Kinder.
In den ersten vier Klassen hatten wir Unterricht bei Lehrer Kutz. 

Diese Zeit war prägend. Wir hatten oft Nachmittagsschule und mussten durch den Rott gehen, um zur Schule zu gelangen. In den Wintermonaten war es oft frostig und es lag viel Schnee. Ich erinnere mich an die strengen Winter, wenn wir kaum durch die Wälder gehen
mussten, und manchmal sogar zu spät nach Hause kamen, weil es im Dunkeln schwierig war, den Weg zu finden.
Nach der vierten Klasse übernahm Lehrer Tribian. Seine Art zu unterrichten war anders und erinnerte uns an den Ernst des Lebens.
Sport gehörte ebenfalls zu unserem Alltag, und wir liefen oft zum Heidberg, um dort Spiele zu spielen oder zu wandern. Es gab einige Sportfeste, nach der vierten Klasse fuhren wir nach Küsten, wo wir Urkunden für die Teilnahme erhielten, auch wenn ich nie der sportlichste Schüler war.
Besonders aufregend waren die Wandertage. Ich erinnere mich an einen besonderen Ausflug, bei dem wir durch Weitsche wanderten. Ich hatte Angst, über eine marode Brücke zu gehen, die wir passieren mussten. Es war immer ein Abenteuer, egal wo wir uns hin wandten.
An einem anderen Wandertag in der 6. oder 7. Klasse verliefen wir uns beim Ausflug im Weserbergland und mussten zurück zur Jugendherberge finden. Wir wurden selbstverständlich von unseren Eltern zur Rede gestellt, als wir schließlich wieder zu Hause waren.
Der Konfirmandenunterricht begann in der siebten Klasse, und ich erinnere mich, dass wir oft nach Lüchow fahren mussten, da in Plate kein Pastor war. Es war ein Stück Weg, den wir mit dem Fahrrad zurücklegten, und unsere Eltern fuhren uns nicht – wir mussten immer
alleine überall hinfahren.
Der Schulabschluss kam schneller als gedacht. Rückblickend auf die Jahre in der Schule, die Freundschaften und die Erlebnisse bleibt mir vor allem die Einfachheit und der Zusammenhalt in Erinnerung. Diese Zeit hat uns geprägt und mir frühe Lektionen in Verantwortung und
Selbstständigkeit gelehrt.