Walter Wolfrath berichtet im September 2025
Walter Wolfrath's Erinnerungen aus der Jugendzeit
Ich erinnere mich an verschiedene Streiche aus meiner Jugend in Grabow.
Einer davon war mit einem Landwirt und Jäger namens "Schwupp". Er hatte die Jagdpacht gepachtet, aber meistens kein Geld, um sie selbst zu bezahlen. Also lud er Jagdkollegen ein, die einen Bock schießen und dafür bezahlen mussten. Eines Abends, als er und ein Kollege einen Bock geschossen und ihn in der Küche abgelegt hatten, gingen sie in die Kneipe, um "den Bock totzusaufen". Mein Freund Kurt und ich schlichen uns ins Haus, holten den Bock heraus und banden ihn an einen Eichenbaum direkt vor der Haustür, sodass er bei Tageslicht gut sichtbar war. Als die Jäger heimkamen, fehlte der Bock. Schwupp weckte seine Frau, Tante Else, beschimpfte sie, weil sie angeblich den Bock versteckt hätte, aber sie wusste von nichts und lief im Nachthemd herum und sagte auf Plattdeutsch "laut mir ruh". Es kam zu einem großen Streit, fast zu einer Schlägerei, und der Kollege fuhr wutentbrannt heim. Am nächsten Morgen sahen Schwupp und seine Frau den Bock im Baum hängen. Sie haben nie herausgefunden, wer das getan hatte, aber wir hatten natürlich unseren Spaß.
Dann gab es in Grabow einen Gastwirt, den alle "Wurzel" nannten, weil er klein war und eigenartig lief. Er hasste diesen Spitznamen. Jeden Abend fuhr er mit dem Fahrrad auf die Weide, um seine Kühe zu melken, mit zwei Milchkannen am Gepäckträger. Drei Freunde und ich versteckten uns in Bäumen entlang seines Weges. Als er kam, riefen wir von verschiedenen Ecken "Wurzel!". Er wurde so wütend, dass er sein Fahrrad hinschmiss, wobei die Kannen umkippten und die ganze Milch auf der Straße landete. Wir blieben still versteckt und er hat uns nie erwischt.
Bei diesem Gastwirt "Wurzel" war ich auch Zeuge eines weiteren Streiches. Bei einem Skatabend saßen dort unter anderem "Schwupp" und ein fanatischer Skatspieler aus Gollau. Die tranken ordentlich Alkohol. Wir wussten, dass der Spieler ständig zum Pinkeln musste, und während er abgelenkt war, schlichen wir uns an seinen Stuhl und banden ihn an beiden Stuhlbeinen fest. Als er dann aufstehen wollte, ging es nicht. Er randalierte, aber "Wurzel" dachte, er wolle nur Ärger machen, holte ein Pferdehalfter und verprügelte ihn, damit er sich ruhig verhielt.
Einmal, bei einem Schützenfest, gab es immer einen riesigen Kessel mit Bockwürsten. Wir Jungs waren hungrig, hatten aber kein Geld. Wir passten auf, bis die Wirtin Lina mal nicht hinsah, griffen schnell rein und zogen eine ganze Würsteketten heraus. Lina schrie uns danach an, aber wir hatten unseren Spaß und die Würste waren lecker.
Wir waren auch mal durstig und hatten kein Geld für die Kneipe. Da gingen wir zu den Milchbänken, wo die Bauern abends ihre Milchkannen abstellten. Wir schöpften den dicken Rahm von oben ab. Die Bauern wunderten sich dann über die schlechten Fettwerte ihrer Milch.
Ich habe auch viele Erinnerungen an den Bahnhof, wo meine Großeltern eine Kneipe hatten. Dort lebten verschiedene Familien, wie die Kuklas, Bollwans, Schulzens und später die Tscharowskis. Auch Hildebrands und Büschkes wohnten in der Nähe. Mein Onkel Willi Wolf, der Schmied, war ein wunderbarer Mensch, der nie Nein sagen konnte und uns Kindern immer half. Er starb fast in Armut, weil er kein Geschäftsmann war. Ich erinnere mich auch daran, wie ich als Kind mit einem Ziegenwagen in Grabow herumfuhr, was ein großes Abenteuer war. Später habe ich meine Fluglizenz gemacht und bin tief über Grabow geflogen, um meinem Vater beim Schützenfest eine Überraschung zu bereiten.